+ + + »WIE CORONA DIE STÄDTE NACHHALTIG VERÄNDERT HAT« – Das Referat bei der BR Kulturbühne + + +

»100 Meter Zukunft!« – temporäre Neuordnung der Schwanthalerstraße

Am 23.08.2020 eröffnete das Referat für Stadtverbesserung* die Neuordnung der Schwanthalerstraße, einer Haupteinfallstraße in die Münchner Innenstadt. Insgesamt über 2500 Besucher:innen erlebten die neue Straßenaufteilung. Viel Begrünung und die Abwesenheit der parkenden Autos lies einen lebenswerteren Straßenraum für einen Tag entstehen. Unterschiedlichste Initiativen und Privatpersonen eigneten sich den Straßenraum an und bespielten die Erdgeschoss- und die Aufenthaltszone des alternativen Straßen-Layouts. Als „Eins-zu-Eins-Pilotprojekt“ wurde der vom Referat* gestaltete Straßenraum sofort angenommen und wie natürlich benutzten die Besucher*innen die einzelnen Bereiche der Straße. Aus der Anwohnerschaft wurde schnell der Ruf laut, diese Intervention dauerhaft zu verstetigen.

Fotographien auf dieser Projektseite von Elif Simge Fettahoglu und Elisa Scheidt

»Alle sagen, die Schwanthalerstraße sei dreckig und zum Oktoberfest, da ist sie das auch! Heute war sie nicht dreckig, heute war sie wunderschön! Also wenn es nach mir ginge, dann könnte es hier immer so aussehen.« – 80-jährige Anwohnerin

Das Referat für Stadtverbesserung* bedankt sich bei allen Mitwirkenden und Helfer*innen, sowie insbesondere bei Ihren Unterstützer*innen, ohne die die Umsetzung dieses Tages nicht möglich gewesen wäre. Das Referat* freut sich für die Bürger*innen der Stadt weiter an einem lebenswerten Stadtraum für die Schwanthalerstraße und darüber hinaus zu arbeiten.

Das Projekt wurde im Rahmen eines selbstgestellten Kooperationsentwurfs am Lehrstuhl für Urban Design, Prof. Boucsein, und am Lehrstuhl für Architekturinformatik, Prof. Petzold, der Technischen Universität München durchgeführt.

Mit der Unterstützung von verschiedenen Förderern und durch unseren Gewinn beim Wettbewerb »Gestalte deine Stadt« konnten wir die Vision zumindest für einen Tag in die Realität bringen. Der Anfang von etwas Neuem!

Die Simulation möchten wir nutzen, um mit den Menschen vor Ort in der Schwanthalerstraße über Ideen der Stadtverbesserung zu diskutieren und in einem co-kreativen Prozess weiterzuentwickeln. Wichtiger Bestandteil unseres Entwurfs ist die Umgestaltung des Straßenraums in drei Zonen, die nicht primär dem Verkehr unterliegen, sondern soziale und ökologische Aspekte des öffentlichen Raums fokussieren. Die neue Straßenaufteilung möchten wir mit temporärer Asphaltfarbe kenntlich machen und das neue Raumgefühl mithilfe von sogenannten Pop-up-Bäumen (Licht-Kunst-Installation) simulieren.

Ein wichtiger Bestandteil des Aktionstages ist der sogenannte Stammtisch (mobiles Parklet), der als Ort der Kommunikation dienen soll. Neben den baulichen Interventionen werden unsere Ideen zu einem neuen Stadtraum digital unterstützt. Unser Projektfilm soll an eine Haus- bzw. Leinwand projiziert und unsere Visualisierungen in Form von Augmented Reality (Bestandteil des jetzigen Semesterprojekts am Lehrstuhl für Architekturinformatik der TU München) gezeigt werden.

Neben dem informativen Part des Tages ist es uns besonders wichtig mit den Besuchern in Interaktion zu treten. Entsprechend des Leitsatzes „Denk die Straße neu“ widmen wir hierfür die Straße in eine Pinnwand um. Mit spielerischen Grafiken und Fragen möchten wir die Besucher auffordern, mit uns in den Dialog zu treten. Die gesammelten Stimmen möchten wir sowohl digital als auch analog aufbereiten, bündeln und für die Öffentlichkeit sowie Politik zur Verfügung stellen. Gleichzeitig werden wir die Ergebnisse für unseren weiteren Umgang mit der Schwanthalerstraße nutzen.

Der Zeitplan der Intervention.

Um in die Quartiersentwicklung einwirken zu können, entwickelte das Referat für Stadtverbesserung das Konzept einer Alternativrealität. In diesem interventionistischen Prozess wird die Realität nicht nur durch Aktionen in Frage gestellt, sondern eine konkrete Gegenwelt postuliert. Diese Vision kann als konkretes Bild mit dem Status Quo diskutiert werden, um so nicht nur die Alternativrealität anzureichern sondern gleichzeitig die Realität prozessual anzugleichen. Dieser dialogische Prozess entsteht durch Augmentation, indem die verschiedenen Realitäten überlagert werden.

Veränderung der Realität durch Simulation von Alternativ

Pressebeiträge
»Platz da! – WIE CORONA DIE STÄDTE NACHHALTIG VERÄNDERT HAT« – Max Büch
16.10.2020 BR Kulturbühne

»Wir tun mal so, als wären wir eine Behörde« – Thomas Anlauf
23.08.2020 in der Süddeutschen Zeitung

»Meine Woche – Stadtverbesserer unter Strom« – Birgit Lotze
16.08.2020 in der Süddeutschen Zeitung

»Die Rückeroberung der Straße« – Thomas Stöppler
13.08.2020 im Mucbook

»Vision für das südliche Bahnhofsviertel, 100 Meter Zukunft: Studenten wollen Schwanthalerstraße zu autofreier Zone erklären.«
08.07.2020 in der Hallo München

Für Presseanfragen wende dich gerne an unsere Kontaktadresse